Freitag, 24.11.2017
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Verwaltungsgemeinschaft
NORDKREIS
WEIMAR

Geschichte der Gemeinde Ettersburg

Am Nordrand der bewaldeten Anhöhe des Ettersberges liegt das Dorf Ettersburg. Prähistorische Gefäßscherbenfunde lassen auf eine alte heidnische Kultstätte auf dem Brunfthof südlich der Ortslage schließen.

Urkundliche Erwähnung bis 1500
Erstmals urkundlich erwähnt wird Ettersburg im Jahre 1085 als hier Graf Berno aus dem Hause Querfurt/Seeburg ein Augustinerchorherrenstift gründete, das dem Erzbistum Mainz unterstellt wurde. Nach dessen Sohn Wichmann war auch die Burg benannt, die auf dem gegenüberliegenden Berghang stand. Reste des Bergfriedes und der Wallanlagen sind noch im Boden erkennbar. Eine weitere Burganlage, von der keine Reste erkennbar sind, soll auf dem Brunfthof gestanden haben. Die auf der Wichmannschen Burg wohnenden Burgherren wurden durch räuberische Überfälle im Land bekannt. 1227 veranlasste Ludwig der Heilige seinen Bruder Heinrich Raspe die Burg zu zerstören. Diese wurde aber später wieder aufgebaut und 1477 von den Grafen von Gleichen an das Stift verkauft.

Reformation bis 1700
Im Zuge der Reformation wird das Stift 1525 von dem sächsischen Kurfürsten aufgehoben und enteignet. 1633 wird Ettersburg Dorf, Kloster und Burg, ausgenommen die wüste Burg auf dem Brunfthof, als Besitz der Herren von Mörsburg an den Neumeyern von Ramsla verliehen. Die Stiftskirche, die seit 1544 den Dorfbewohnern als lutherische Kirche diente, wurde teilweise abgebrochen. Teile der romanischen Krypta und Wände mit gotischen Fenstern wurden in einen Umbau von 1863 - 65 einbezogen.

1700 bis Goethe und Schiller
Auf den Mauern des Klosters entstand von 1706 - 1712 das jetzige alte Schloss der Weimarer Herzöge. 1723 begann man nach Süden zu ein neues Schloss zu errichten, das unter Ernst August 1736 vollendet wurde. Ettersburg hatte seine wohl größte Blütezeit, als Herzogin Anna Amalia zwischen 1776 und 1782 hier regelmäßig ihren Sommeraufenthalt nahm und die Jagdschlossanlage zum Schauplatz des geistig-künstlerischen Hoflebens unter Goethes und Wielands besonderer Mitwirkung wurde. Im Schloss und im Park traf man sich zur literarisch-musischen Runde, zu Geselligkeiten und Festen. Es war die Blütezeit des Weimarer Liebhabertheaters. Goethes Stück "Jahrmarktsfest von Plundersweilern" wurde 1778, "Die Laune des Verliebten" 1779 uraufgeführt. Mittelpunkt der Bewunderung war die Schauspielerin Corona Schröter. Herder, Musäus, Bertuch, Bode trugen zur geistig anregenden Atmosphäre bei. In der Ruhe von Ettersburg vollendete Schiller 1800 die "Maria Stuart".

1840 bis 1945
Ab 1842 wurde Ettersburg Residenz des späteren Großherzogs Carl Alexander. Als Sommergäste kamen Franz Liszt, Hans Christian Andersen, Heinrich Hebbel, Moritz von Schwind und andere. Es entstand die große Freitreppe und unter dem Hofgärtner Petzold der große Landschaftspark mit Beratung von Fürst Pückler-Muskau. 1921 wurden Schloss und Kammergut aus dem konfiskalischen Besitz in das Eigentum des Freistaates überführt. Seit 1923 wurde das Schloss ein Landeserziehungsheim, in dem beispielsweise auch Wernher von Braun ausgebildet wurde.

1945 bis heute
Die Nutzung des Schlosses ab 1945 als Offiziersschule, Justizschule und bis 1976 als Altersheim sicherten die Instandhaltung. Seit 1979 bemühten sich die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten Weimar und seit 1991 die Stiftung Weimarer Klassik um ein neues Nutzungskonzept. Von Mitte 2006 bis Ende 2007 wurde das Schloss mit vier Millionen Investitionszuschuss aus Mitteln des "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) durch das Bildungswerk Bau Hessen-Thüringen e.V. für insgesamt über acht Millionen Euro komplett restauriert. Die Neueröffnung des Schlosses fand dann am 29.02.2008 statt. Hauptsächlich wird das Schloss nunmehr als Seminar- und Tagungsort genutzt, aber auch Konzerte und Vorträge finden statt, sowie private Feierlichkeiten im Schloss sind möglich. Ettersburg, früher schon beliebtes Ausflugsziel des Umlandes, erfreut sich nunmehr gerade wegen des revitalisierten Schlosses landesweiter Beliebtheit. Vielfältigen Initiativen und kulturellen Veranstaltungen des Vereins Kuratorium Schloss Ettersburg ist es zu verdanken, dass Ettersburg nicht in Vergessenheit gerät. Schloss, Park und Kirche werden für zahlreiche kulturelle Aktivitäten genutzt. Der Sportplatz ist eine viel genutzte Sportmöglichkeit. Die Gemeinde Ettersburg mit ihren Vereinen entwickelt ein vielfältiges kulturell-touristisches Konzept für die Zukunft.

Im Juni 2004 wird das gemeindeeigene Freibad per Erbbaupachtvertrag an die Bad-Camp-GmbH übertragen. Die neuen Betreiber sanieren in den Folgejahren umfangreich die vorhandenen Anlagen und werden dabei von der Gemeinde mit Zuschüssen unterstützt. Größte Neuerung im Gelände ist der geschaffene Campíngplatz. Von 2008 bis Mai 2009 wird das Badebecken komplett umgebaut, die Wasserfläche verkleinert und Naturinseln angelegt. Zum 01.06.2009 wird die Badeanlage in neuer Gestalt eröffnet.

2007 errichtete die Gemeinde einen großflächigen, mit modernen Spielgeräten ausgestatteten Spielplatz unterhalb der Hauptstraße. Zur Gestaltung und Begrünung wurden 130 Bäume und Sträucher gepflanzt.

2009 wurde die Spielanlage durch einen Pavillon als überdachte Sitzmöglichkeit ergänzt.

Mit der Neueröffnung des Schlosses anfang 2008 schuf die Gemeinde einen großen Parkplatz an der Umgehungsstraße um den nun zahlreichen Besuchern ausreichende Parkmöglichkeiten zu bieten. Um den Weg vom Parkplatz zum Schloss gefahrlos zu machen investierte die Gemeinde im Jahr 2008 enorm in Straße und Gehweg, die Hauptstraße wurde vom Schloss bis zur Umgehung saniert und vom Schloss bis zum neuen Parkplatz ein zusätzlicher Gehweg geschaffen. Um weitere Sicherheit zu schaffen und eine geordnete Parksituation zu erreichen, wurde 2008 nach besagten Straßenbau eine Einbahnstraßenregelung eingeführt.

Im ersten Halbjahr 2009 wurde der Dorfplatz umgestaltet, eine große Freifläche mit klarer Abgrenzung zum Straßenbereich entstand. Auf dem neuen Dorfplatz fand im Dezember 2009 der erste Weihnachtsmarkt in Ettersburg statt. Im Juni 2010 stattete die Gemeinde den Dorfplatz mit Bänken und Papierkörben aus, die Hauptfinanzierung erfolgte über das Konjunkturpaket des Bundes. Im April 2011 wurde auf dem Dorfplatz noch ein Brunnen installiert.

Notrufnummern

Allgemeiner Notruf Polizei: 110

Kontaktbereichsbeamter
Berlstedt (Di 14-18 Uhr):
036452 - 71987

Kontaktbereichsbeamter
Buttelstedt (Do 15-18 Uhr):
036451 - 73460

Ärztlicher Bereitschaftsdienst:

Mo / Di / Do 19 – 7 Uhr des Folgetages
Mi und Fr 13 – 7 Uhr des Folgetages
Sa / So / Feiertag 7 – 7 Uhr
Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
Zahnärztlicher Wochenendbereitschaftsdienst: 0180 5908077

Allgemeiner Notruf in
lebensbedrohenden Notfällen: 112

 

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